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Die Reaktionen der Evangelischen Kirche in (West-) Deutschland
Die Reaktionen der evangelischen Kirche in der Bundesrepublik waren zurückhaltend, weil die westlichen Kirchenleitungen davon überzeugt waren, daß andernfalls die schwierigen Verbindungen zur Kirche in der DDR belastet würden.
"Die evangelische Kirche kann sich nicht zu allem äußern", so Walter Hammer, Präsident der EKD-Kanzlei in Hannover, am 23. August 1976 auf die Bitte um eine Stellungnahme zum Tod des Tags zuvor verstorbenen Pfarrer Brüsewitz.
Die Kanzlei der Evangelischen Kirche in Deutschland hat durch ihren Pressesprecher, Oberkirchenrat Claus-Jürgen Roepke, im Zusammenhang mit dem tragischen Schritt des DDR-Pfarrers Oskar Brüsewitz die DDR-Führung, die die Schlußakte von Helsinki unterzeichnet habe, gefragt, ob sie die Erklärung über die Menschenrechte der Glaubensfreiheit in ihrem Bereich zu verwirklichen bereit sei.
Sie warnte zugleich davor, daß die "Verzweiflungstat eines Einzelnen", die ernstgenommen werden müsse, zur "Sensationsberichterstattung und als Munition für den Parteienwahlkampf in der Bundesrepublik mißbraucht" werde. Allerdings reicht nach Ansicht der EKD-Leitung der Schritt von Brüsewitz nicht aus, das Verhältnis von Staat und Kirche in der DDR "richtig zu erfassen".
Erklärung des Rates der EKD vom 28. August 1976:
"Der Rat der EKD gibt seiner Betroffenheit über die öffentliche Selbstverbrennung eines evangelischen Pfarrers in Zeitz Ausdruck. Er kann diesen erschütternden Vorgang nicht von der Tatsache lösen, daß Oskar Brüsewitz in einer Gemeinschaft lebte, welche die Verkündigung der Herrschaft Gottes über alle Bereiche menschlichen Lebens in Frage stellt.
Dankbar nimmt der Rat das Wort der Magdeburger Kirchenleitung zur Kenntnis. Er bittet die Gemeinden um Fürbitte für die Familie des Verstorbenen, für die in ihrem Dienst bedrängten kirchlichen Mitarbeiter in der DDR und für alle Christen, die in verschiedenen Ländern der Erde um ihres Glaubens willen leiden oder verfolgt werden.
Der Rat versteht die Verzweifelungstat von Pfarrer Brüsewitz auch als Aufruf an alle, die in unserem Land uneingeschränkt ihres Glaubens leben können..."
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